05. Lautaro

Lautaro war ein schlanker Pfeil.
Elastisch und blauschwarz war unser Ahne.
Schweigen nur war seine Kindheit.
Sein Jünglingsalter Kraft.
Seine Jugend ein zielgerichteter Wind.
Er bereitete sich zu einer weitreichenden Lanze vor.
Gewöhnte die Füße an die Kaskaden.
Zwischen Dornen entwickelte er den Geist.
Lief im Wettstreit mit dem Guanaco.
Lebte in den Winterlagern der Tiere.
Belauschte das Mahl der Adler.
Entriß dem Felsen das Geheimnis.
Er nährte des Feuers Blütenblätter.
Ward vom eisigen Frühling gesäugt.
Verbrannte sich in infernalischen Schlünden.
War unter grausamen Vögeln der Jäger.
Es färbten sich von Siegen seine Hände.
Er las in den Angriffen der Nacht.
Hielt des Schwefels Einstürze auf.
Wurde Geschwindigkeit, jähes Licht.
Er nahm des Herbstes Gelassenheit an.
In unsichtbaren Tierhöhlen wirkte er.
Schlief auf den Linnen des ewigen Schnees.
Richtete die Bahn der Pfeile aus…

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Dann erst war er seines Volkes würdig.

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Das Blut rührt einen Quarzgang an.
Der Stein wächst, wo der Tropfen fällt.
So wird von der Erde Lautaro geboren.